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Mein Weg zum Westernreiten

Mein Weg zum Westernreiten         von Jasmin Lüddecke


Zuerst muss man sagen, dass ich aufgrund diverser Umstände meinen Hannoveraner, der übrigens total ‚auf Springen gezogen' ist, zu „Dörthe Menk- Westerntraining" gestellt habe. Ich hatte anfangs etwas Angst, weil Westernreiter ja nun auch ihre Vorurteile gegenüber den konventionellen Reitern haben, zumindest dachte ich das. Naja, was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, war, dass Dörthe den „Trainer B" im Springen & in der Dressur hat!

„Prima", war mein erster Gedanke, „vielleicht kann die Dir ja helfen." Ich muss dazu sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt seit ca. 4 Jahren ‚englisch' ritt und am Verzweifeln und Überlegen war, ob ich mit dem Ganzen nicht aufhören sollte!

Als ich wieder ein wenig Kondition aufgebaut hatte, habe ich meine erste Unterrichtsstunde bei Dörthe gehabt. Das war schon richtig gut. Aber das reichte mir nicht, ich wollte mehr und meldete mich bei dem Galopplehrgang an. Einige Tage später war es nun soweit, der erste Lehrgangstag war gekommen! Ich stand morgens auf und war schon super doll aufgeregt. Nicht nur wegen dem Lehrgang, sondern auch, weil ich die einzige ‚Englisch'-Reiterin war.

Am Stall angekommen, wurde ich dann doch etwas ruhiger. Alle waren sehr nett und keiner hatte ein Vorurteil! Zumindest hatte ich das Gefühl. Nun gut, die Pferde und ihre Besitzer waren bereit. Auf dem Reitplatz angekommen, wurde mir prompt die Frage gestellt: „Und? Hat Dörthe Dich noch nicht bekehrt?" Darauf antwortete ich: „Ne, ne, ich bleib' beim ‚Englisch'-Reiten." Dörthe bekam das mit und stand mir bei, indem sie sagte: „Muss ja nicht jeder western reiten!" Mein Gedanke war: „Gut, dass mir wenigstens einer beisteht." Nach etlichen Übungen, die meiner Ansicht nach nur blöd waren, weil Nichts klappen wollte, war für mich der Lehrgang im Prinzip gelaufen. Alle anderen Reiter bekamen die Aufgaben, die Dörthe Ihnen stellte, hin. Nur ich mal wieder nicht. Meine Laune war echt im Keller!

Als wir dann auch noch ein Video ansahen, das wir beim Reiten aufgenommen hatten, war es für mich klar; Klar wie Kloßbrühe! Ich mach' das nicht mehr- es wird nie 'was mit dem Reiten! Ich habe wie ein Kartoffelsack auf dem Pferd gehangen, es sah einfach nur scheußlich aus! Überhaupt keinen Halt, null Kontrolle und alles planlos! Mein armes Pferd hatte sich rein theoretisch 25kg Karotten verdient. ABER Dörthe war ja noch nicht fertig: „Du hast den Lehrgang bezahlt, also hörst Du jetzt auch noch nicht auf!", hieß es! Meine Gedanken waren: ‚Ich aber schon. Nervlich, körperlich und naja, überhaupt!' Nach weiteren Galoppversuchen, kam einigen anderen Teilnehmern die Idee mit dem Pferdetausch. ‚Wow, wie bei den großen Reitern! Hoffentlich macht mein Dicker alles mit?!' Naja, nun denn, auf einmal hatte ich keinen ‚englisch'gerittenen Hannoveraner unter mir, sondern einen Irish-Tinker mit Western- Ausbildung. So weit, so gut. Meine erste Frage an Dörthe war: „Galoppiert der aus'm Schritt an?" Leicht lächelnde Antwort von Dörthe: „Ja!" Gut, also Hilfengebung aktiviert und „Huch!", das Pferd legte los. Das war so schön, ich hätte den ganzen Lehrgang so weitermachen können. Es war mir auf einmal egal, dass ich keine Bügel mehr hatte. Das Gefühl war echt toll, so sicher halt. Es wurden wieder Videoaufnahmen gemacht, die wir uns schließlich auch angesehen haben. Ich war positiv überrascht! Das sah schon ganz anders aus. Ich war kein Kartoffelsack mehr, sondern fast schon als Reiter zu erkennen. Nun war Tag 1 beendet, sogar mit nie erwartetem Happy End!

Der nächste Tag begann mit scheußlichem Muskelkater. Ich wusste gar nicht, wie viele Muskeln beim Reiten aktiviert werden. Bei Dörthe angekommen, kam mir ein für mich komischer Gedanke: „Du, Dörthe, können wir nicht mal einen Westernsattel auf den Hannoveraner legen?" Darauf Dörthe: „Ja, können wir."
Man sah richtig, wie Dörthe innerlich grinste, sie sagte aber nichts weiter. Da der Sattel uns optisch nicht ausreichte, verkleideten wir das Pferd gleich ganz! Und da stand er: Mein Springpferd in voller ‚Western'-montour mit Trense und Sattel. „Mmmh, gar nicht so schlecht!" Er wirkte gleich viel größer und breiter, naja, und etwas müde vom Vortag.

Als ich als Letzte auf den Reitplatz kam, war das Erstaunen groß. Alle waren irgendwie am Lächeln, sagten aber nichts. Dörthe erklärte ihnen, dass es nur ein Versuch sei, ob es so vielleicht besser klappen würde. Die anderen Teilnehmer lächelten immer noch! Nun gut, die Pferde wurden warm gemacht und wir fingen mit der richtigen Arbeit an. Ich merkte schon gleich zu Anfang, dass ich irgendwie anders saß. Ich war bis jetzt zufrieden und mein Dicker auch. Als es dann zum Galopp kam, war ich innerlich schon wieder schlecht gelaunt. Aber, ich gab die Hilfen und mein Pferd ist prompt angesprungen! Ich hatte das großartige Gefühl, dass es endlich klappt! Ich locker, das Pferd locker, was wollte ich mehr? NOCH MAL!
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Der Übergang vom Galopp in den Trab (Jog) war auch schon ganz passabel. Naja, ich sagte ja auch „Jog". Die Blicke der anderen Teilnehmer waren mir entgegen gerichtet. „Na, sagst Du auch schon ‚Jog'?" Ich grinste nur zurück und freute mich weiter! Das war so toll!!! Es klappte alles so gut! Alles, was ich die anderen Jahre vergeblich geübt hatte, klappte nun. Dann kam das letzte Video, um Vergleiche zum Vortag ziehen zu können. Jetzt wurde es mir bewusst. Als ich das sah, ging mir nur ein Gedanke durch den Kopf: „Ich will Westernreiten!"
Denn das Video zeigte eine gute Galoppade mit einer zufriedenen Reiterin und einem zufriedenen Pferd. Es lagen Welten zwischen diesem und dem Vortag. Und ich hatte erstmals das Gefühl „ REITEN MACHT SPASS!"

Es dauerte keine Woche mehr und ich hatte alle Dressur-‚Plünnen' verkauft und bin auf western umgestiegen. Es stand für mich fest, dass ich beim Westernreiten bleibe und das bereue ich bis heute nicht. Es macht mir immer noch großen Spaß und ich mache auch (laut Dörthe) große Fortschritte! Und zu guter Letzt möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass Dörthe mit meiner Bekehrung nichts (bis auf das Ausleihen der Western-montour und das Zusprechen von Mut) zu tun hatte! Jeder, der Probleme hat und echt am Verzweifeln ist, sollte mal etwas anderes ausprobieren. Es gibt heute viele Alternativen. Denn es kann nur besser werden!

Liebe Grüße

‚Blümchen'.

 

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